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Neue Perspektiven durch Prothesen

Wojtek Czyz ist ein Behindertensportler mit mehr als 10 Jahren Erfahrung als Leistungssportler. In dieser Zeit konnte er an drei paralympischen Spielen teilnehmen und dabei in der Sportart Leichtathletik viermal Gold-, einmal Silber- und Zweimal Bronze- Medaillen gewinnen. Darüber hinaus ist er mehrfacher Welt und Europameister in seinen Disziplinen.

Durch seine Sportreisen konnte er in verschiedenen Erdteilen Menschen mit Behinderung kennenlernen. Er konnte sich in Ländern wie beispielsweise der Ukraine, Kenia, Indien oder Thailand selbst ein Bild davon machen, wie man vor Ort mit dem Problem Behinderung, namentlich einer Amputation umgeht. Er hat erfahren müssen, dass es große Unterschiede in der Akzeptanz behinderter Menschen gibt sowie in der Qualität der prothetischen Versorgung. Er musste auch feststellen, dass behinderte Menschen, gerade in afrikanischen Ländern, oftmals als „Krüppel“ stigmatisiert und vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden. Vielerorts fehlt es an Unterstützung, Verständnis und Professionalität im Umgang mit einer Behinderung. Selbst Eltern schämen sich ihrer Kinder, weil diese vermeintlich nicht produktiv zum Wohle der Familie beitragen. Diese Menschen mit Handicap werden zumeist ausgeschlossen. Ihnen wird jegliche Perspektive auf ein gleichwertiges Leben genommen.

Es hat sich gezeigt, dass Czyzs Anwesenheit vor Ort und seine dabei entstandenen Kontakte zu den Familien, Schulen und Krankenhäusern viele positive Akzente setzen konnte. Durch seine eigene sportliche Leistungsfähigkeit und seinen Erfolg konnte er eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass Menschen mit einer Behinderung uneingeschränkte Mitglieder des gesellschaftlichen Lebens sein können. Menschen mit Handicap sind fähig, Großartiges zu leisten wenn ihnen entsprechende Möglichkeiten aufgezeigt werden und die notwendigen Rahmenbedingungen stimmen.

Ausgestattet mit all diesen Erfahrungen reifte bei Czyz der Entschluss, ein Hilfsprojekt ins Leben zu rufen um Amputierten Menschen eine prothetische Unterstützung zu ermöglichen.

Als erster mehrfacher paralympischer Champion will er öffentlichkeitswirksam gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Elena Brambilla um die Welt segeln und dabei an verschiedensten Orten direkte und unbürokratische Hilfe leisten. Zusammen mit weiteren Unterstützern gründete das Paar im Jahre 2012 den Verein Sailing4handicaps.

Hilfe zur Selbsthilfe

Sailing4handicaps möchte betroffenen Menschen die Möglichkeiten einer prothetischen Versorgung nahe bringen und ihnen damit neue Perspektiven eröffnen. Vor dem jeweiligen Ort möchte die spezialisierte Crew mit Amputierten arbeiten, ihnen Prothesen bauen und zeigen, wie sie diese anwenden und zukünftig in Stand halten können. Auf dem Segelkatamaran „Imagine“ werden Voraussetzungen geschaffen, die es der Crew ermöglichen Prothesen an Bord zu fertigen und anzupassen.

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